November 13, 2012

Gespräche (x 2):Jörg Magenau über die Brüder Friedrich Georg und Ernst Jünger

Gespräch an der Frankfurter Buchmesse 2012:



Die beiden Brüder Friedrich Georg und Ernst Jünger bildeten eine wahrhaft produktive Lebensgemeinschaft. Bei aller Unterschiedlichkeit ihrer Persönlichkeiten und ihrer intellektuellen Arbeit haben sie unendlich vieles miteinander geteilt – sie waren kampfesmutige Frontsoldaten, nationalistische Sozialrevolutionäre, Nazi-Verächter, Naturforscher, Schriftsteller und Dichter, Weltreisende und vertraute Freunde. Das alles blieb nicht ohne Spannungen, Konflikte und Meinungsdissonanzen, aber am Ende waren sie lebenslang vereint unterm Sternenzelt.

Jörg Magenau hat die Doppelbiographie der Brüder Jünger aus ihren Briefen und Tagebüchern heraus neu ins Licht gerückt. Harro Zimmermann hat mit ihm gesprochen.

Gespräch Deutschlandradiokultur:


Jörg Magenau im Gespräch mit Joachim Scholl

Ernst Jünger, Autor des Kriegsromans "In Stahlgewittern", ist bis heute umstritten. Weniger bekannt ist sein Bruder Friedrich Georg. Dieser sei der "genuinere Schriftsteller" von beiden gewesen, sagt Jörg Magenau, Autor einer neu erschienenen Doppel-Biografie.

Friedrich Georg und Ernst Jünger seien stets eng miteinander verbunden gewesen, sagt Magenau. Ernst, der Zeit seines Lebens einen Ruf als nationalistischer Krieger hatte, habe viel von seinem Bruder profitiert. Dieser sei sehr gebildet gewesen, habe neben philosophischen Werken auch zahlreiche Lyrikbände geschrieben. Die Verbundenheit zeige sich in den zahlreichen Briefen, die die Zeit beider Weltkriege überspannen.

In den 1920er-Jahren seien beide "Pamphletschreiber" gewesen, noch rechtslastiger als die Nationalsozialisten. Als die Nazis allerdings die Macht übernommen hätten, hätten sich beide sofort von ihnen distanziert.

2 comments:

Anonymous said...

Joerg Magenau macht mit seiner Biographie ein Stueck ärmer. Das Buch hat ueber die Brueder Juenger nichts zu sagen, sagt aber einiges ueber den Autor aus.

Jüngerkenner said...

Das glaube ich sofort, ohne das Buch gelesen zu haben.