July 21, 2011

Titanism 101

The titanic orientation of our contemporary humanity is a theme continually referred to and explained by Ernst Jünger and his brother Friedrich Georg. It might be useful to readers to have their vision applied in simple form to a few concrete aspects of our modern world.

According to one interpretation, the etymology of the ancient Greek word "titan" expresses the notion of an "over-stretcher" or over-extender. This expresses the titans' lack of a sense of measure when it comes to expressing power. Put in Nietzsche's terms, titans are motivated by a blind and insatiable will to power: always more to the point of extreme, without a conception of balance, of a point of sufficiency or equilibrium that can be reached and then maintained over time. The gods, who the titans periodically overthrow and briefly manage to keep out of the picture, represent this sense of balance and equilibrium.


It is already clear from this description how civilization in the last couple of centuries has become ever more titanic, beginning in the west but now reaching global extension. According to Jünger, our period is the next return of the titans after that of Imperial Rome. I believe we are slowly starting to understand the dangers of titanic arrogance in man and, at least theoretically and in restricted circles, contemplating a retreat from its unsustainable, inescapably catastrophic approach to existence and also the manner in which the next phase may emerge, a return of order-restoring "gods".

Here then are some superficially explained examples of titanism as it presently manifests.

July 20, 2011

Rezension: Ernst Jünger Reisetagebücher

Ich bin seit einer Woche von meiner ersten herrlichen Reise nach Rodos zurückgekehrt und da taucht diese Rezension (danke, Tobias Wimbauer!) einer neuen Publikation der Reisetagebücher Ernst Jüngers nach Rodos plötzlich auf! Ich kaufe mir ganz sicher eine Kopie - und ich freue mich schön um den Vergleich meiner Reise in 2011 mit seinen früheren Reisen. Wie hat sich die Insel über den Jahrzehnten geändert - und wie groß wird der Unterschied zwischen unseren Beobachtungskräfte sein!


(Übrigens sind es meine Bilder ....)
B KULTURWISSENSCHAFTEN, BD LITERATUR UND LITERATURWISSENSCHAFT
BDBA Deutsche Literatur
Personale Informationsmittel

Ernst JÜNGER
Reisetagebücher
EDITION
11-3 Drei Mal Rhodos : die Reisen 1938, 1964 und 1981 / Ernst Jünger. Hrsg. von Lutz Hagestedt und Luise Michaelsen. Mit einem Nachwort der Hrsg. - Marbach am Neckar : Deutsche Schillergesellschaft, 2010. - 108 S. : Ill.; 25 cm. - (Aus dem Archiv/ Deutsches Literaturarchiv ; 2). - ISBN 978-3-937384-70-2 : EUR 14.00
[#1706]

Parallel zur großen Jünger-Ausstellung in Marbach erscheint auch diese hübsche Publikation eines Reisetagebuches, in dem die drei Rhodos-Reisen Jüngers dokumentiert sind, in der vielversprechenden Reihe Aus dem Archiv. Es handelt sich dabei um die unveröffentlichten originalen Notizhefte, so daß im Vergleich zu den publizierten Fassungen das Rohmaterial des Reiseschriftstellers Jüngers sichtbar wird. Gerade nachdem man lange Jahre und natürlich aus naheliegenden Gründen das Augenmerk auf den Kriegsschriftsteller lenkte, kommt nun langsam auch der Reiseschriftsteller Jünger ins Visier (vgl. S. 91). Bisher nahm die Forschung dazu nur kursorisch Stellung; gegen die Thesen etwa von Martin Meyer, der den Reisetagebüchern allein ein biographisches Interesse zuschreibt, schlagen die Herausgeber des vorliegenden Textes, Lutz Hagestedt und Luise Michaelsen, vor den Reisetagebüchern einen Rang sui generis zuzubilligen“ (S. 91). Sie stellen fest: „Sie [die Reisetagebücher] stellen ein bemerkenswertes Korpus innerhalb des Werkganzen dar und erschöpfen sich nicht darin, Werkentwicklungen zu begleiten.“ Mittels der Rhodos-Reisetagebücher lasse sich zeigen, „dass Jünger seine Form in den dreißiger Jahren bereits gefunden hat und sie in den Reisetagebüchern der späten Jahre nurmehr anders akzentuiert“ (ebd.).
 

 Es sei an der Zeit, „den Reiseschriftsteller Ernst Jünger zu entdecken: Er ist Naturkundler und Zeitdiagnostiker, Kulturkritiker und Lebenskünstler, Ökologe und Phänomenologe in Personalunion, und er weiß lebendig von Biodiversität und Ökologie zu erzählen, ohne dass der die moderne Begrifflichkeit der Wissenschaften kennen und bemühen müsste“ (S. 92). Es ergibt sich so, daß Jünger nicht bloß ein gepanzerter, sondern auch ein empfindsamer Mensch sei, womit sich wiederum der Rückzug aus dem Politischen erklären läßt und die Hinwendung zu der laut Herausgeber sonderbaren Liebhaberei der Käferkunde (ebd.). Wie auch immer es sich damit verhalten mag - jedenfalls zeige auch das zweite Tagebuch, „dass es Jünger auf jedes Wort ankommt“ (S. 97). Das Nachwort geht neben den inhaltlichen Aspekten auch auf die Materialität der Jüngerschen Aufzeichnungen ein, beschreibt die Schrift und den Schriftträger, erwähnt die eingeklebten Erinnerungsspuren. All diese Eigenheiten gehen unvermeidlich und unwiderruflich im Druck verloren (S. 99), wie nicht anders zu erwarten. 

Auch das Politische ist zumindest implizit vorhanden, wenn Jünger auf seiner ersten Reise Rhodos I von 1938 beim Übertritt in die Schweiz notiert: „Auflockerung der Gesichter in der Schweiz“ (S. 6). Damit ist schon viel über den Gegensatz zum nationalsozialistischen Deutschen Reich gesagt. Neben dem Nachwort bietet der Band einen Editionsbericht (S. 106 - 108), der darauf hinweist, daß die Herausgeber „keine historisch-kritische Ausgabe, sondern eine lesbare, stimmige Transkription bieten möchten“ (S. 107), was selbstverständlich völlig ausreicht. Ergänzt werden die drei Notizbücher noch durch einen Brief von Friedrich Georg Jünger an die Mutter, der von der ersten Rhodos-Reise berichtet. Auch Friedrich Georg verfaßte einen Reisebericht über Rhodos (Wanderungen auf Rhodos), der eine eigene Betrachtung verdiene, was indes andernorts erfolgen solle (S. 108). Der Text ist für drei Adressatengruppen lesenswert: 1. für alle Jünger- Interessierten, 2. für an Reiseliteratur und -tagebüchern interessierte Leser sowie 3. Griechenland- und Mittelmeerfreunde.
 

Till Kinzel
QUELLE Informationsmittel (IFB) : digitales Rezensionsorgan für Bibliothek und Wissenschaft
http://ifb.bsz-bw.de/
http://ifb.bsz-bw.de/bsz334586860rez-1.pdf 


July 11, 2011

One Man's War - Ernst Jünger in Paris

I just found this excellent documentary (in 8 parts)  juxtaposing Ernst Jünger´s life in Paris (via citations from his WWII Paris diaries "Strahlungen") with Vichy propaganda shorts and other film footage from the same years. On the one hand, the typical illusions of mass propaganda, with its simplistic facade of normality, its one-sided righteousness, its certainty in the evilness of the enemy and in the march to victory despite everything; all this spiced with a trite wit completely of out touch with the awful reality. On the other hand, Jünger's impartiality, his honest concise depictions of the real horrors, of the futility of it all, but also of the small moments of true humanity that emerge in wartime. At moments, his words also reflect his superior vision of the metahistorical significance of what was really coming to pass, above and behind not only the propagandistic illusions but also the material "reality of the day".

Incidentally, Jünger himself knew of this film, as a short passage from The Details of Time: Conversations with Ernst Jünger reveals. In those conversations with Julian Hervier, he only indicates that he had given the director Cozarinsky permission to make the film and in retrospect had no reason to regret the decision. Indeed - it is well done and provides excellent context for Jünger's difficult and yet enriching experience in occupied Paris. A big bonus: it has English subtitles with mostly decent translations of the Strahlungen citations.